News aus dem Thurgau

ÖRK Vollversammlung: Weltweite Auswirkungen zum Schlechten und zum Guten

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02.09.2022
Es stimmt mich traurig, wenn ich all die schlechten Nachrichten höre, die hier von Kirchenvertretenden offen ausgebreitet werden.

Die meisten «Badnews» schaffen es nicht in unsere Medien. Terror gegen Christen in Nigeria, Hunger in weiten Teilen Afrikas, Überschwemmungen in Asien, Vergewaltigungen und Folter in Kriegsgebieten, und, und, und… Das Leid schreit zum Himmel.

Das wurde heute Morgen auch in einem Lied im Morgengottesdienst zum Ausdruck gebracht, das mich zu Tränen gerührt hat. «Ich rufe zu Gott, in meiner Not und du erhörst mich: O Gott, errette mich», heisst die Übersetzung des Liedes, das vom Ägypter Youssef Isakander komponiert und als Antwort auf konkrete Auflistung von Leid, mehrstimmig gesungen wurde. 

Die Vertretenden der ukrainisch-orthodoxen Kirchen von Jung bis Alt, schilderten die katastrophale Situation der Menschen in der Ukraine. Die Kirchen dort versuchen ihr Bestes zu helfen und sind auch dem Staat gegenüber kritisch eingestellt. Überhaupt bekommt man den Eindruck, dass die meisten Kirchen gerade in armen Ländern von ihren Regierungen nichts, oder nichts mehr, erwarten. Schön, dass ich das in der Schweiz ganz anders empfinde und unserem Rechtssystem, unserer Demokratie, vertraue.

Unsere Gruppe ergänzt sich gut. Wir erzählen einander, was wir erleben, essen miteinander und «Geheimtipps» werden ausgetauscht. «Hast Du die Ausstellung der Täufer in der Erlöserkirche schon gesehen?» - «Das Gespräch am frühen Morgen mit den Kirchenvertretenden der Baptisten in Afrika, der Pfingstgemeinden in Afrika und der grössten Freikirche in Deutschland, dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) war spannend. Es sind Kirchen, die neu in die Gemeinschaft der Kirchen des ökumenischen Weltkirchenrates aufgenommen werden wollen und statt Abgrenzung, die Zusammenarbeit mit anderen Kirchen suchen.»

Das Gespräch am Mittagstisch mit Jonny, dem Heilsarmeeoffizier von Nordengland war erhellend. «Geheizte Räume werden von unserer Kirchgemeinde für Menschen angeboten, die sich die Heizkosten zu Hause jetzt nicht mehr leisten können», erzählte er. Auch, dass er, zusammen mit seiner Frau und Kindern, alle drei bis fünf Jahre von seinen Kirchgenvorgesetzten in eine andere Kirchgemeinde versetzt wird, etwas, was wir uns in unserer Kirchentradition schwer vorstellen können.

Lag der Schwerpunkt meines Beitrags bisher mehr auf den schlechten Nachrichten (Badnews), darf nicht verschwiegen werden, dass die guten Nachrichten (Goodnews), an dieser Konferenz bei weitem überwiegen. Die gute Nachricht ist zum Beispiel, dass sich hier wildfremde Menschen, Menschen mit den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen, Hautfarben und Sprachen, grüssen, einander zuhören, miteinander sprechen, miteinander essen und trinken und im Namen von Jesus Christus Gemeinschaft erfahren und in Frieden leben.

 

(Tobias Arni, Pfarrer und Teilnehmer der ÖRK-Vollversammlung) 

Lesen Sie hier den ganzen Blog zur ÖRK-Vollversammlung.

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