Logo
Blog: Vollversammlung ÖRK

Die Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) tritt nur alle acht Jahre zusammen. Das nächste Mal Anfang September 2022 in Karlsruhe. Mit dabei ist eine Thurgauer Delegation um Pfarrer Tobias Arni. Im Blog berichtet er von seinen Eindrücken.

Lesen Sie den Blog am Ende des Beitrags!


Von seinen bisherigen Besuchen an einer ÖRK-Vollversammlung hat Tobias Arni bleibende Erinnerungen mitgenommen. Der Pfarrer der Evangelischen Kirchgemeinde Märstetten war schon 1991 in der australischen Hauptstadt Canberra und 1998 in Simbabwes Hauptstadt Harare dabei. «In Canberra haben mich vor allem die Begegnungen mit den koreanischen Kirchen und mit den Kirchen der australischen Ureinwohner, den Aborigines, beeindruckt», sagt er. In Harare sei er Nelson Mandela, dem Friedensnobelpreisträger und damaligen Präsidenten von Südafrika, begegnet. Bis heute pflege er Kontakte zu Christinnen und Christen in Australien und Afrika, die er an den Versammlungen geknüpft habe.

4000 Menschen werden erwartet
Vom 31. August bis 8. September 2022 findet die elfte Vollversammlung des ÖRK in Karlsruhe und damit quasi vor der «Thurgauer Haustüre» statt. Erwartet werden rund 4000 Teilnehmende aus der ganzen Welt. Für Arni stand rasch fest, dass er teilnehmen wollte. Er schrieb darauf eine Gemeindereise aus, die von der Missionskommission der Evangelischen Landeskirche Thurgau unterstützt worden ist. Ihm persönlich sei die Ökumene schon immer ein Anliegen gewesen, sagt Arni: «Bei uns im Thurgau versteht man darunter zwar ‹nur› die Zusammenarbeit zwischen evangelischer und katholischer Kirche. Aber weltweit gesehen sind das ja nur zwei der ganz unterschiedlichen christlichen Konfessionen, die im Weltkirchenrat vertreten sind.» An der Vollversammlung werde «diese Vielfarbigkeit der christlichen Ausdrucksweise» erlebbar.

Spannungen kommen zur Sprache
«Die Vollversammlung des ÖRK erinnert uns Reformierte daran, dass wir zur weltweiten Kirche Christi gehören», betont Tobias Arni. «Unerhört viele Konfessionen» versuchten der christlichen Spiritualität und dem christlichen Handeln ein Gesicht zu geben. «Das heisst auch, dass Spannungen zur Sprache kommen müssen: Wie gehen wir als Christen um mit dem riesigen Gefälle zwischen Arm und Reich? Was gehen uns die Umweltthemen an? Und was können wir dazu beitragen, dass ukrainisch- und russisch-orthodoxe Christen sich an einen gemeinsamen Tisch setzen?» In Bezug auf die letzte Frage war zuletzt Kritik aufgekommen, weil der ÖRK den Kontakt mit dem russischen Patriarchen Kyrill nicht auf Eis gelegt hat, wie es einige Mitgliedskirchen fordern. Arni sieht im ÖRK und insbesondere in der Vollversammlung aber gerade die Chance, den Dialog zwischen allen unterschiedlichen Konfessionen zu pflegen. Also auch den Austausch mit der russisch-orthodoxen Kirche.

Begeisterung mitnehmen
Und was möchte die sechsköpfige Thurgauer Delegation für ihre alltägliche Arbeit in den Kirchgemeinden mitnehmen? «Begeisterung ist ansteckend, davon bin ich überzeugt», sagt Tobias Arni. «Das heisst auch, dass ich erwarte, dass die Teilnehmenden als Multiplikatoren in den Kirchgemeinden wirken und von Begegnungen, neuen Erfahrungen und Erkenntnissen berichten werden.»

 

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK)
Der 1948 gegründeten ÖRK hat seinen Sitz in Genf. Ihm gehören Kirchen und kirchliche Gemeinschaften in mehr als 120 Ländern an. Sie vertreten über 580 Millionen Christinnen und Christen. Die Kernaufgabe des ÖRK besteht darin, auf die Einheit der Kirche hinzuwirken. Die Vollversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium und tritt in der Regel alle acht Jahre zusammen. 

 

Nachfolgend finden Sie die aktuellen Blogbeiträge von Pfarrer Tobias Arni.



Kommentar erstellen