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Spiritualität

Wegzeichen von Rosemarie Hoffmann

27.07.2022
Jubeln sollen die Bäume des Waldes vor dem Herrn, denn er kommt, um die Erde zu richten. 1. Chronik 16,33

Das ist der Bibelspruch für den Monat August 2022. Können Bäume jubeln? Gibt es glückliche Bäume? Kaum vorstellbar. Doch genau das ist es, was der Förster Peter Wohlleben in seinem Buch «Das geheime Leben der Bäume » beschreibt: «Erstaunliche Dinge geschehen im Wald; Bäume, die miteinander kommunizieren und sich umeinander kümmern. Bäume, die Empfindungen haben, Gefühle, ein Gedächtnis.»

Das Buch hat mich in Bann gezogen, mir einen neuen Blick auf die Natur ermöglicht. Jubeln sollen die Bäume? Und dies bei Temperaturen von fast 40 Grad Celsius? Die Bilder von vertrockneten Fichtenwäldern tauchen vor meinem geistigen Auge auf. Können Bäume jubeln? Die Worte stehen in Davids Danklied in 1. Chronik 16. Demnach freuen sich die Bäume, ja, die ganze Natur jubelt. David singt dieses Lied, weil er sich erfreut an Himmel und Erde, an Gottes Schöpfung. Er ist dankbar, dass Gottes Zusage gilt. Und auch wir sollen uns freuen über Gott und seine Schöpfung.

Mir zeigt das Lied, den Blick immer wieder von meinem Leben auf die Natur zu lenken. Bäume sind lebendig. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sie verbinden Mensch und Umwelt und sind unersetzlich. Besonders alte Bäume sind «CO2 -Fresser». Sie speichern eine Menge Wasser und kühlen die Erde, sie sind daher eine Art Klimaanlage. Bäume sind lebendig. Ihre Botschaft gilt es zu entdecken. Man kann viel von ihnen lernen: Sie sind fest verwurzelt, ihr Blick geht himmelwärts, gemeinsam geht es besser. Es gibt knorrige und krumme Bäume, die Wanderer bewundern, und kerzengerade Bäume, die erfrischenden Schatten spenden. Wie schön ist ein lauschiges Plätzchen unter ihrem Blätterdach. Ein Baum spendet angenehmeren Schatten als jeder hochwertige Sonnenschirm. Bäume stehen im Wald dicht beieinander, Äste und Zweige sind verwoben; doch bleibt eine Birke eine Birke, eine Buche eine Buche. Sie leben in der Stille und laden zum Meditieren ein. Mich erinnern hohe Nadelwälder an gotische Kathedralen. Bäume sind ruhig und erhaben; sie fügen zusammen, was sonst getrennt ist: Himmel und Erde. Deswegen werden auf Friedhöfen Bäume gepflanzt.

Seit meiner Kindheit haben Bäume und Wälder mich magisch angezogen; sie sind unmittelbar, Bäume atmen ein, was wir ausatmen. Sie geben mir Gewissheit, alles ist miteinander verbunden. Bäume sind weise und alte Freunde, heilbringend für Körper und Seele. Frieden geht von ihnen aus. Nach Offenbarung 22,2 stehen die «Bäume des Lebens» für Lebensfülle in einer von Gott vollendeten Welt. Gott zeigt sich auch in der Natur. Unterstützen wir sie. Und wir werden mit den Bäumen jubeln.

 

(Rosemarie Hoffmann)


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