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Ist «No-Billag» das «Aus» für die Religion?

Verschwinden bei einer Annahme der «No-Billag»-Initiative am 4. März 2018 sämtliche religiösen Sendungen aus Fernsehen und Radio? Der Kirchenbote hat Vertreter von Kirche und Politik befragt. Diskutieren Sie mit!

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Selten waren sich die beiden Landeskirchen und die Freikirchen in einer Frage so einig wie bei der Empfehlung für die eidgenössische Volksabstimmung zur «No-Billag»-Initiative. Kirchenbund, Bischofskonferenz und Evangelische Allianz geben alle eine Parole heraus und empfehlen ein Nein. 

Kirchenbund: «Minderheiten würde das Wort abgeschnitten»
Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK argumentiert, dass «No-Billag» den Minderheiten das «Wort abschneide»: «Fernsehen und Radio müssen in der Lage sein, eine ausgewogene Berichterstattung und Meinungsvielfalt anbieten zu können. Wir wehren uns gegen alle Vorstösse, die Minderheiten und Schwachen das Wort abschneiden wollen. Werden Radio und Fernsehen allein dem Spiel der Marktkräfte überlassen und nicht mehr solidarisch von der gesamten Bevölkerung getragen, verschwinden diese Stimmen aus der Öffentlichkeit.»


Grichting: «Frage, die man als Christ so oder anders sehen kann»
Obwohl auch die Schweizerische Bischofskonferenz klar ein Nein zu «No-Billag» empfiehlt, gibt es zumindest auch relativierende kirchliche Stimmen. Martin Grichting, Generalvikar des Bistums Chur, merkt in einem Interview mit dem St. Galler Tagblatt vom 19. Januar 2018 zu politischen Stellungnahmen der Kirchen an, dass es bei «No-Billag» nicht «um den Glauben an Gott», sondern um eine Frage gehe, die «man als Christ so oder anders sehen» könne. Im Interview zitiert Grichting den grossen politischen Denker Alexis de Tocqueville: «Eine Religion, die ihre Autorität über die Beantwortung von Glaubensfragen hinaus ausdehnt, läuft Gefahr, überhaupt keinen Glauben mehr zu finden bei den Leuten.» 

Die Redaktion des Kirchenboten hat einen Pfarrer mit Bezug zur kirchlichen Radiound Fernseharbeit und einen jungen Thurgauer Politiker um eine Stellungnahme zur «No-Billag»-Initiative und zu den Ängsten der Kirchen um die religiösen Inhalte in Radio und Fernsehen gebeten.

(19. Februar 2018, Text: Ernst Ritzi, Bild: pixabay.com)

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